Haare

Anleitung zum Haare waschen mit Seife

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Viele Menschen haben Probleme mit ihrer Kopfhaut und den Haaren, weil in normalen Shampoos oft scharfe Tenside stecken, die die Haut reizen und austrocknen und auch die Haare auf Dauer trocken und stumpf aussehen lassen. Eine gute Alternative ist die Haarwäsche mit Seife – die verseiften Öle reinigen auf milde Art und Weise, zudem wirken freie Ölbestandteile und Glycerin in der Seife rückfettend. So ist die Kopfhaut ruhig und gesund, die Haare sind kräftig und gepflegt. Doch es gibt einiges zu beachten, wenn man mit Seife wäscht. Mit der folgenden Anleitung erhalten Sie ein schönes Ergebnis:

1. Die richtige Seife finden

Viele Seifen, die Sie im Handel finden, sind keine „echten“ Seifen, da auch sie künstliche und scharfe Tenside enthalten oder da ihnen das pflegende Glycerin entzogen wurde. Achten Sie darauf, nur von Hand gesiedete „Naturseifen“ zu kaufen. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Varianten – von der Kräuterseife bis hin zu Salzseife. Am besten nutzen Sie zunächst nur spezielle Haarwaschseifen. Auch diese gibt es in verschiedenen Ausführungen. Seifen, die niedrig überfettet sind, enthalten nur noch wenige freie Ölpartikel, sie sind also nicht ganz so rückfettend und daher eher für feines oder schnell fettendes Haar geeignet. Auch Alepposeife ist für diesen Haartyp gut geeignet, diese Seife aus Oliven- und Lorbeeröl ist nämlich gar nicht überfettet. Seifen mit hoher Überfettung sind dagegen gut für trockenes Haar, das viel Pflege braucht. Spezielle ätherische Öle können zudem bei Schuppen oder anderen Kopfhautproblemen helfen.

2. Die Haarwäsche

Seifen schäumen im Gegensatz zu Shampoo nicht immer sofort, daher ist es wichtig, ein bisschen Geduld zu haben und sorgfältig die Seife vom Ansatz bis zu den Längen über die Haare zu streichen, bis sie ordentlich schäumt. Sowohl das Seifenstück als auch die Haare sollten wirklich gründlich nass gemacht worden sein. Eine anschließende Spülung oder Kur ist nicht notwendig, da Naturseife schon pflegend genug ist. Die Seife muss gut ausgespült werden und sollte nach der Wäsche nicht in der Dusche liegen bleiben, da sie Luft braucht, um ordentlich zu trocknen und wieder fest zu werden.

3. Saure Rinse

Wer in einem Gebiet lebt, in dem das Leitungswasser mittelhart oder hart ist, benötigt dringend eine saure Rinse nach der Haarwäsche mit Seife. Diese stellt man her, indem man 1 bis 2 Esslöffel der natürlichen Entkalker Obstessig oder Zitronensaft mit einem Liter warmen Wasser vermischt, bei sehr hartem Wasser kann auch mehr Essig oder Zitronensaft verwendet werden. Vergisst man die Rinse, kann sich sogenannte „Kalkseife“ bilden, die durch eine Reaktion der Fettsäurensalze aus den verseiften Ölen mit dem Kalk aus dem Leitungswasser bildet. Kalkseife ist zwar nicht schädlich, lässt die Haare aber strähnig und ungepflegt aussehen. Zudem sorgt die saure Rinse dafür, dass sich die Schuppenschicht der Haare schließt, sodass diese besser geschützt sind und einen natürlichen Glanz erhalten.

Auch wenn die erste Wäsche noch kein voller Erfolg wurde, sollten Sie nicht aufgeben. Die Haare brauchen für gewöhnlich eine Umgewöhnungsphase von 1 bis 2 Wochen und mitunter müssen Sie auch mehrere Seifen testen, bis Sie die passende gefunden haben.

Haarseife selber herstellen

Für alle Wagemutigen und Experimentierfreudigen: Sie können auch selber Seife herstellen (sieden). Das ist kein Hexenwerk und macht sogar Spaß – es hat ein bisschen was vom Chemieunterricht in der Schule früher (schließlich arbeiten Sie mit Waage, Handschuhen, Schutzbrille und Lauge). Vor allem wissen Sie bei der Eigenherstellung ganz genau, was in Ihrer Haarseife drin ist – und Sie können die Seife nach Ihren persönlichen Wünschen gestalten, gerade im Bezug auf den Geruch ist das ein großer Vorteil. Es gibt im Internet gute Anleitungen zur Seifenherstellung und praktische Seifenrechner, die Ihnen zu jeder gewünschten Überfettung das Verhältnis von Fetten/Ölen zu der verwendeten Lauge ausrechnen. Für den Anfang können Sie sich ja im Supermarktregal mit den passenden Ölen eindecken, in der Apotheke Natriumhydroxid (Vorsicht, ätzend!) besorgen und mal die Seifenherstellung ausprobieren.

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