Prävention

Beinlängendifferenz beheben

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Haben Sie öfter Rückenschmerzen und wissen nicht, wo diese herkommen? Am besten lassen Sie sich erst einmal gründlich von einem Orthopäden Ihres Vertrauens durchchecken. Der wird Sie dann eventuell noch zu anderen Untersuchungen schicken, um sich ein umfassendes Bild machen zu können.

Wenn Sie wollen, können Sie natürlich auch in Eigenregie etwas unternehmen. Ich möchte Ihnen ans Herz legen, dass Sie zunächst einmal überprüfen, ob bei Ihnen eine funktionelle Beinlängendifferenz besteht – dies ist nämlich bei 80% der Menschen der Fall. Diese Beinlängendifferenz führt durch die verschobene Statik zu allen möglichen körperlichen Beschwerden: vom Großzeh bis zum Scheitel kann jedes Gelenk, jeder Muskel und jeder Nerv – einfach der gesamte Bewegungsapparat samt Organen – in Mitleidenschaft gezogen sein.

Deshalb ist es immens wichtig, dass die Beinlängendifferenz möglichst schnell ausgemerzt wird. Dies sollte am besten schon im Kindesalter geschehen. Denn je früher man ihr entgegenwirkt, um so weniger negative Auswirkungen wird sie auf den Körper haben. Außerdem wächst der Körper dann ja noch und kann kleine und große Schieflagen besser ausgleichen.

Sie sollten nun als erstes testen, ob Sie eine Beinlängendifferenz haben. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, dies festzustellen. Sie können sich vor einen Ganzkörperspiegel stellen und Ihre Hände flach auf den vorderen Beckenknochen legen. Den findet jeder ganz gut, auch etwas beleibtere Menschen. Nun schauen Sie sich die Höhe der Hände an: sind sie gleich oder verschieden hoch? Wenn sie verschieden hoch sind, dann ist das Bein mit der höheren Hand das längere Bein. Beobachten Sie auch mal, wie Sie stehen: meist wird das längere Bein im Knie gebeugt und Sie stehen auf dem kurzen Bein. Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie sich in die Rückenlage begeben und beide Beine nach oben ausstrecken. So können Sie auch gut erkennen, ob ein Bein länger ist. Die dritte Möglichkeit geht auch recht fix: einfach nach vorne beugen und die Daumen an die Oberkante der jeweiligen Kniescheibe legen. Mit der Zeit entwickeln Sie ein Gespür dafür, ob Sie schief sind oder gerade.

Wenn der Sichtbefund positiv war, gibt es eine relativ einfache Methode, die Beine gleich lang zu kriegen – wenn es nicht funktioniert, kann es andere Ursachen (zum Beispiel OP oder Unfall) für die Beinlängendifferenz geben. Es kann auch daran liegen, dass Sie die Übung nicht exakt genug oder in der falschen Reihenfolge machen.

Hier die Anleitung für das Richten der Beinlängendifferenz: Legen Sie sich auf den Rücken, winkeln Sie das kurze Bein mit aufgestelltem Fuß an und legen Sie es so weit es geht nach außen (sieht aus wie eine 4). Dann legen Sie es wieder gerade neben das andere OHNE sich zwischendrin noch einmal „zurechtzulegen“. Jetzt ziehen Sie das lange Bein zur gegenseitigen Brust, indem Sie Ihren Oberschenkel fassen, ihn Richtung Gegenschulter ziehen und gleichzeitig den Fuß nach außen drehen (hiermit erreichen Sie eine Innenrotation der Hüfte). Das Bein legen Sie im Anschluss wieder neben das andere und legen es genau so hin, wie Sie als erstes das kurze Bein platziert haben, natürlich seitenverkehrt. Als abschließende Bewegung ziehen Sie noch das kurze Bein zur Gegenschulter wie vorhin beschrieben. Diese 4 Bewegungen sind alles, was Sie benötigen. Vergleichen Sie mal direkt, ob sich bei der Beinlängendifferenz etwas getan hat. Manchmal klappt es nicht gleich, ist ja auch  kein Wunder, wenn die Gelenke und Muskeln vielleicht schon seit Jahrzehnten in dieser falschen Position stehen. dann probieren Sie es am besten gleich noch einmal.

Vielleicht merken Sie schon direkt nach dem Aufstehen eine Veränderung. Plötzlich stehen Sie wieder fest auf beiden Beinen – sicher ein ungewohntes Gefühl. Es kann auch sein, dass Ihr Körper nach dem Geraderichten meckert. Muskeln, die ewig verkürzt waren, werden gedehnt und ewig überdehnte, faule Muskeln müssen plötzlich arbeiten. Dieses Meckern kann sich wie ein Muskelkater oder ein ziehender Schmerz anfühlen, ist aber ganz normal.

Es kann sein, dass Sie ab jetzt immer gerade sind, aber oft fällt man in alte Bewegungsmuster zurück. Deshalb ist es wichtig, ab und zu einmal die Beinlänge zu vergleichen.

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