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Kartoffelanbau im eigenen Garten

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Der Kartoffelanbau feiert in heimischen Gärten sein Comeback. Ein Grund dafür ist der verstärkte Wunsch nach biologischen Produkten. Es macht außerdem Freude, dem Gedeihen alter und neuer Sorten zuzusehen. Teilweise unterscheiden sich diese optisch und geschmacklich stark voneinander. Der Anbau von Kartoffeln gelingt auch Garteneinsteigern. Nachfolgende Faktoren gilt es zu beachten.

Für Früh- oder Spätkartoffeln entscheiden

Ob Früh- oder Spätkartoffeln angebaut werden, entscheidet unter anderem der im Garten vorhandene Platz. Frühe Sorten können zeitig geerntet werden. Die Beete stehen anschließend zur weiteren Nutzung bereit.

Bei späten Sorten spielt die Haltbarkeit eine große Rolle. Wer über einen frostfreien und kühlen Lagerplatz verfügt, kann die Kartoffeln von der Ernte im Herbst bis zum kommenden Frühjahr verwenden. Übrig gebliebene mittelgroße Kartoffeln können dann vorgekeimt und als neue Saat genutzt werden.

Besonders günstig ist der Anbau von frühen und späten Sorten. Auf diese Weise kann sich der Hobbygärtner das gesamte Jahr über selbst mit Kartoffeln aus dem eigenen Garten versorgen.

Kartoffeln richtig pflanzen

Ein altes Sprichtwort sagt: Pflanzt man die Kartoffel am 100. Tag des Jahres, erntet man später von jeder Staude 100 Kartoffeln. Ganz so einfach ist der Kartoffelanbau allerdings nicht. Zum einen spielt die Witterung eine wichtige Rolle für den besten Pflanztermin. Zum anderen entscheidet die Sorte, wann sie in den Boden darf. Der Boden sollte nicht mehr übermäßig nass sein und eine Temperatur von etwa 9 Grad Celsius aufweisen.

Bevor die Kartoffeln in den Boden kommen, sollte der Untergrund sorgfältig bearbeitet werden. Er benötigt vor allem eine Menge Stickstoff, da die Kartoffeln zu den Starkzehrern gehören. Dieser wird bestenfalls zusammen mit reifem Kompost im zeitigen Frühjahr in die Erde eingearbeitet. Auch die Art der Vorkultur entscheidet, ob sich die Bodenverhältnisse für den Kartoffelanbau eignen. Eine Gründüngung sowie der Anbau von Erbsen, Bohnen und Lupinen wirken sich positiv auf die Bodenbeschaffenheit aus. Steht die Zeit zur Bodenvorbereitung nicht zur Verfügung, können auch bisher ungenutzte Flächen durch den Kartoffelanbau urbar gemacht werden. Man wird lediglich mit geringeren Erträgen rechnen müssen.

Zum Pflanzen zieht man auf dem Beet Reihen im Abstand von 40 bis 60 Zentimetern. Diese werden etwa 10 Zentimeter tief ausgehoben, bei besonders schweren Böden reichen 5 Zentimeter aus. Der Pflanzabstand zwischen den Kartoffeln beträgt zwischen 15 und 20 Zentimeter. Beim Einbringen der Kartoffeln ist darauf zu achten, dass deren Keimlinge nach oben zeigen.

Sind die Triebe etwa 15 Zentimeter hoch, werden die Kartoffeln erstmalig angehäufelt. Hierzu verwendet man eine Hacke, mit der die umliegende Erde zu einem Wall aufgeschüttet wird. Aus diesem Grunde werden Kartoffeln auch als Hackfrüchte bezeichnet. Der Vorgang des Anhäufelns ist regelmäßig zu wiederholen, damit es zur ständigen Neubildung von Früchten kommt.

Im Wachstumsvorteil sind übrigens diejenigen Kartoffeln, die vor dem Pflanzen an einem frostfreien Ort vorgekeimt wurden. Hierzu legt man die Pflanzkartoffeln in eine Holzstiege mit Pflanzerde und stellt diese an einen warmen Ort.

Der richtige Erntezeitpunkt

Um eine optimale Ernte zu erzielen, sollten die Kartoffeln weder zu früh noch zu spät aus dem Boden genommen werden. Die Vorfreude auf die ersten frischen Knollen ist natürlich groß. Um deren Größe zu prüfen, darf ruhig hin und wieder eine Probe genommen werden. Dazu belässt man die Staude in der Erde und greift von außen in den Erdwall hinein. Später beginnt die eigentliche Ernte. Frühkartoffeln sind erntereif, wenn sich ihre dünne Haut mit dem Daumen von der Knolle reiben lässt. Das Kraut ist dann noch grün. Späte Sorten werden geerntet, nachdem das Kraut abgestorben ist. Bei länger anhaltender feuchter Witterung droht die Krautfäule. Dann darf mit dem Ausgraben nicht zu lang gewartet werden, wenn man gesunde Früchte ernten möchte. Das kranke Kartoffelkraut wird über den Restmüll entsorgt oder verbrannt.

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