Motivation

Leben entschleunigen

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Kennen Sie das auch? Der Chef nervt, der Partner verlangt nach mehr Aufmerksamkeit und die Kinder wollen von A nach B gefahren werden. Zu allem Überfluss bricht sich auch noch Ihre Schwiegermutter ein Bein und muss gepflegt werden. Möchten Sie in diesen Situationen nicht einfach alles hinter sich lassen und sich mal eine Auszeit gönnen? Wieso tun Sie es nicht? Natürlich möchte man den anderen gerecht werden, weil man sich für sie verantwortlich fühlt – doch HALT! Denken Sie bitte erst einmal an sich, denn Sie nützen den anderen auch nichts mehr, wenn Sie wegen Burnout, Rückenschmerzen, Depression oder sogar Herzinfarkt funktionsuntüchtig werden.

Deshalb alles mit Maß und Ziel. Lernen Sie, nein zu sagen und auf Ihre eigenen Bedürfnisse zu hören. Wann haben Sie das letzte Mal etwas gegönnt, also richtig gegönnt – wann haben Sie sich etwas genommen, was nur Ihnen gehört, sei es Zeit oder auch etwas Materielles? Der Mensch ist nicht dazu gemacht, zu schuften, bis er eines Tages vor Erschöpfung tot umfällt, und nicht gelebt zu haben.

 

Die anderen Menschen, die Sie umsorgen und pflegen, machen es für ihre Verhältnissse richtig – sie nutzen Ihre Opferbereitschaft aus. Viele Menschen fühlen sich nur wertvoll, wenn sie etwas leisten und für andere da sind. Machen Sie sich davon frei. Der wahrscheinlich einzige Mensch, der Ihr Leben lang bei Ihnen ist, sind Sie selbst. Keiner nimmt Ihnen diesen Körper und diese Seele ab. Jeder neue Tag ist der erste Tag von Rest Ihres Lebens. Das sollten Sie sich mal vor Augen halten. Nichts hält für die Ewigkeit, deshalb nutzen Sie die Zeit, die Sie haben, sinnvoll. Und wenn es für Sie sinnvoll ist, nach getaner Arbeit einfach mal auf dem Sofa abzuhängen und eine Runde zu chillen, schämen Sie sich nicht dafür und rechtfertigen Sie sich nicht.

Sie sind ein toller Mensch und haben es verdient, gut behandelt zu werden. Wer dies nicht tut, sollte mit Konsequenzen rechnen müssen. Wie sich das äußert, müssen Sie natürlich selbst entscheiden. Viele Mitmenschen kommen mit so einer Kehrtwendung nicht oder sehr schwer zurecht. „Was ist denn mit dir los? Früher hast du dich doch auch nicht so angestellt. Ego-Trip oder was? Du kannst mich doch jetzt nicht im Stich lassen.“ Mit diesen und anderen Kommentaren müssen Sie schon rechnen. Aber wenn Sie sich vorher die passenden Anworten überlegen, dürfte es nicht zu schwierig sein, dem Gegenüber Ihre Situation zu schildern und verständlich zu machen, wieso Sie diesen Schritt jetzt getan haben.

Erklären Sie dem Gesprächspartner ganz ruhig und sachlich, wieso Sie nicht mehr bereit sind, sich so für andere zu verausgaben, dass Sie am Schluss auf der Strecke bleiben. Entweder akzeptiert Ihr Gegenüber diese Entscheidung oder er wehrt sich dagegen. Dann können Sie überlegen, wie Sie weiter verfahren wollen. Das hört sich jetzt zwar fies an, aber reflektieren Sie mal: War der Freund Ihnen auch schon jemals eine Stütze oder kommt er immer nur an, wenn ER Probleme hat und benutzt Sie dann als seelischen Mülleimer? Auf solche Freunde können Sie getrost verzichten, oder?

Machen Sie höflich, aber unmissverständlich klar, dass  Sie keinen Wert mehr auf weiteren Kontakt legen, falls Ihr Freund seine Haltung nicht überdenkt. Jetzt ist er im Zugzwang. Wenn sich an seiner Einstellung nicht ändert, wissen Sie ja, wo Sie dran sind – da sollten Sie konsequent sein und für den Moment den Kontakt minimieren oder ganz einstellen (natürlich nur, wenn es möglich ist und keinen Zusatzstress verursacht). Nachdem Sie sich dann hoffentlich von möglichst vielen Energieräubern getrennt haben, werden Sie merken, dass Ihre Lebensqualität um einiges steigen wird. Sie können mehr Zeit und Energie in Dinge investieren, die Ihnen persönlich gut tun und Ihrer körperlichen und geistigen Verfassung sehr zuträglich sind. Trauen Sie sich, Sie können nur gewinnen.

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