Motivation

Selbstbewusstsein stärken

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Wenn man sich die attraktiven, perfekten Menschen im Fernsehen und auf den Werbeplakaten so ansieht, kann man schon die Krise bekommen. Allesamt makellos: keine Falten, keine Cellulitis und auch sonst einfach zu schön, um wahr zu sein. Aber warum ist das so? Wieso vergleichen wir uns mit diesen Menschen?

Es beginnt ja schon in der Kindheit: wer niedlich oder hübsch ist, bekommt mehr Aufmerksamkeit und Zuspruch. Daher achten vor allem kleine Mädchen besonders auf ihre Außenwirkung – dem geht natürlich voraus, dass meist die Mutter das Kind aufbrezelt, um positive Reaktionen auszulösen. Schließlich möchte jeder ein niedliches oder hübsches Baby oder Kleinkind haben. Mit der Wahl der Kleidung versucht man das zu beeinflussen, denn ansonsten kann man – zum Glück – an so einem kleinen Wesen noch nicht viel verändern (außer Ohrlöcher stechen lassen, was ja eigentlich auch schon eine Körperverletzung darstellt). Also lernen kleine Kinder, dass es wichtig ist, sich hübsch zurechtzumachen, um Anerkennung zu erhalten. Gekoppelt mit einem entsprechenden Verhalten (alles tun, was die Erwachsenen wollen) stehen die Chancen dafür am besten. Ab der Schulzeit kann man dann noch zusätzlich mit guten Noten glänzen, um eine höhere Akzeptanz zu erreichen. Natürlich gibt es auch Kinder, die diesen Kriterien nicht entsprechen, sei es durch ihr soziales Umfeld, ihr Äußeres oder ihre Leistungsfähigkeit – diese erregen dann eher negative Aufmerksamkeit, weil sie keine positive bekommen können.

Die Prägung aus der Kinderzeit ist also: schwimm mit dem Strom oder stich positiv aus der Masse hervor und alle werden dich lieben. Nun sieht man die allgegenwärtigen, erfolgreichen „Role-Models“ und möchte natürlich so sein wie sie – das ist eine ganz selbstverständliche Folge der frühkindlichen Erfahrungen. Und heutzutage gibt es ja vielfältige Möglichkeiten, sein Äußeres zu verändern oder verändern zu lassen: angefangen von Sport und Diät über kleine Schönheitskorrekturen bis hin zu massiven chirurgischen Eingriffen. Doch wozu das Ganze? Nur, damit man gemocht wird? Das ist doch wirklich traurig.

Wenn Sie mit Ihrem Körper in seiner aktuellen Verfassung unzufrieden sind, haben Sie drei Möglichkeiten: Sie können ihn perfektionieren, einen Kompromiss eingehen oder sich so akzeptieren, wie Sie sind.

Beginnen wir mit dem Perfektionieren. Das bedeutet jede Menge harte Arbeit, Verzicht und eventuell chirurgische Maßnahmen. Hierfür sind Disziplin, Durchhaltevermögen und für die eventuellen Eingriffe die entsprechende Geldsumme erforderlich. Sie müssen permanent am Ball bleiben, damit keine alten Gewohnheiten wieder einreißen und das hart erarbeitete Resultat wieder zunichte machen. Lebenslange Fitness verlangt eben Opfer und Sie sollten sich fragen, ob Sie bereit sind, diesen hohen Preis zu zahlen – abgesehen von den Kosten spielt auch der Zeitfaktor eine erhebliche Rolle. Und mal ehrlich: irgendwann nagt der Zahn der Zeit so stark, dass man gar nichts mehr perfektionieren kann. Das sieht man ganz gut an den Beispielen, die es definitiv übertrieben haben – ihre Gesichter sind bestenfalls nur noch Masken und schlimmstenfalls einfach Fratzen. So etwas kann sich doch keiner wünschen. Bei diesem Lösungsmodell muss man sowieso darauf achten, seine Körperwahrnehmung nicht zu verlieren, sonst kann das ganz schnell in einer Essstörung enden. Sicher kennen Sie auch einige Menschen, die sich zu dick finden und bei denen Sie sich fragen: wo denn bitte?

Der Kompromiss besteht darin, so gesund wie möglich zu leben, ohne sich unter Druck zu setzen. Ein wenig mehr auf die Ernährung achten und etwas moderaten Sport zu betreiben, hat noch keinem geschadet. Wenn Sie 20 Kilogramm Übergewicht haben, dann nehmen Sie sich nicht vor, dieses Übergewicht komplett loszuwerden, sondern geben Sie sich mit Teilerfolgen wie einem Gewichtsverlust von 10 Kilogramm zufrieden. Alles mit Maß und Ziel, denn eine zu hohe Erwartungshaltung erzeugt nur unnötigen Stress und ist kontraproduktiv.

Für den dritten Weg, der am einfachsten aussieht, braucht man eine Menge Selbstbewusstsein und Eigenliebe. Schließlich zieht man sich die Anerkennung nicht von den anderen Menschen, sondern man ruht in sich selber und steht auch zu seinem Aussehen. Wenn es keine gesundheitlichen Probleme gibt, ist dagegen auch nichts zu sagen. Ansonsten sollte man sich überlegen, den Mittelweg einzuschlagen. Denn die Gesundheit sollte immer an erster Stelle stehen.

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