Psychohygiene

Stress abbauen

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Viele Menschen klagen über Schmerzen, sei es am Kopf oder am Rest des Körpers. Meist rühren diese Schmerzen daher, dass die Muskulatur verspannt ist. Schmerzen sind eigentlich ein gutes und wichtiges Warnsignal des Körpers – sie halten uns davon ab, etwas Schädliches zu tun und können einem sogar bestenfalls das Leben retten. Andererseits gibt es auch unnötige oder nutzlose Schmerzen und diese können einem das Leben ganz schön schwer machen.

Ich möchte Ihnen in diesem Artikel aufzeigen, wie Sie viele vermeidbare muskuläre Schmerzformen alleine oder mit wenig Unterstützung in den Griff kriegen. Beginnen wir mit den auslösenden Faktoren, denn es hilft nichts, das Symptom (den Schmerz) zu bekämpfen, wenn durch die Ursache immer wieder neue Schmerzen entstehen. Häufige Ursachen für Muskelschmerzen sind Stress, falsche Körperhaltung, Mangelernährung oder Krankheiten.

Heutzutage sind viele Menschen dem negativen Stress, auch Disstress genannt, ausgesetzt. Dieser bewirkt im Gegensatz zum Eustress, der gut und wichtig ist, damit wir überhaupt in die Gänge kommen, dass wir im wahrsten Sinne des Wortes gestresst sind und verkrampfen. Dies kann sich zum Beispiel als Kopf- oder Rückenschmerz äußern. Um dem Disstress entgegenzuwirken, haben Sie zwei Möglichkeiten: den Disstressor auszuschalten (nein, ich habe Sie nicht zu kriminellen Handlungen gegen Ihren Chef aufgefordert) oder den verursachten Disstress gar nicht an sich herankommen zu lassen. Das erstere ist oft sehr schwer, weil es meist nicht in Ihrer Macht liegt, den Disstressor zu bremsen. Also kommt meist nur Plan 2 in Frage. Es gibt einige Möglichkeiten, negativen Stress abzubauen: Entspannungstechniken (Autogenes Training, Meditation, Progressive Muskelentspannung, Yoga etc.), Gespräche (mit Vertrauten oder Therapeuten) oder auch Sport.

Gerade Sport ist ein probates Mittel, den Kopf freizukriegen – natürlich nur, wenn keine gesundheitlichen Gründe dagegensprechen. Schnappen Sie sich Ihre Turnschuhe und düsen Sie los. Es kommt nicht darauf an, möglichst schnell von A nach B zu kommen, sondern darauf, dass Sie die negative Energie in positive, nämlich in Bewegungsenergie, umwandeln. Anfangs sind Sie – falls Sie eher untrainiert sind – nach dem Laufen richtig platt, aber mit der Zeit werden Sie merken, wie gut es Ihnen tut. Irgendwann sollte Ihr Körper so darauf konditioniert sein, dass ihm etwas fehlt, wenn Sie mal nicht laufen gehen. Beim Laufen werden Glückshormone freigesetzt, diese wirken den Stresshormonen entgegen. Und weil es Körper und Geist gut tut, den inneren Schweinehund zu überwinden, sollten Sie sich angewöhnen, regelmäßig zu laufen. 2-3 Mal die Woche wäre ideal, aber erfahrungsgemäß schläft die Regelmäßigkeit nach einer Phase voller guten Willens und Tatendrangs wieder ein. Dann sollten Sie sich mit jemandem kurzschließen, das heißt, sich mit jemandem zum Laufen verabreden, einer Laufgruppe beitreten oder einfach selbst eine ins Leben rufen. Achten Sie darauf, dass die Laufenden in etwa das gleiche Leistungslevel haben, sonst wird es für die einen langweilig und für die anderen stressig – und genau das wollten wir doch verhindern. Zur Not kann der langsamere Laufpartner auch mit dem Fahrrad nebenher fahren und der schnellere powert sich aus.

Apropos Fahrrad: natürlich können Sie auch andere Sportarten betreiben. Beim Laufen ist halt das Praktische, dass man – außer entsprechendem Schuhwerk – keine Geräte braucht, keine Zusatzkosten hat und an keine Öffnungszeiten gebunden ist.  Wenn Sie nicht so der Bewegungstyp sind und dem Ganzen eher auf mentaler Ebene begegnen wollen, haben Sie ebenfalls vielfältige Möglichkeiten, sich zu entspannen. Mit Autogenem Training, Meditation, Progressiver Muskelentspannung oder auch Yoga entspannen Sie Geist und Körper. Das wird meistens nicht direkt klappen, etwas Geduld gehört schon dazu. Wichtig sind auch Gespräche, damit Sie Ihrem Ärger Luft machen können. Es ist schlimm, wenn man alles in sich hineinfrisst (vielleicht sogar ganz wörtlich), weil man keinen hat, dem man seine Sorgen anvertrauen kann. Sie können auch Tagebuch schreiben, denn es kann auch sehr befreiend sein, die Problematik einmal schwarz auf weiß zu manifestieren.

Erkennen Sie, was Sie stresst und gehen Sie dagegen an. Es kann Ihnen letzten Endes nur gut tun.

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