Motivation

Von Sachen trennen

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Fast jeder von uns schleppt ja viel zu viel Ballast mit sich herum. Über die Jahre sammelt sich so viel Zeug an, dass man manchmal echt den Überblick verliert. Warum ist das so? Na ja, die Hauptgründe sind sicher Bequemlichkeit, Sentimentalität, Pflichtgefühl und Sparwahn.

Es gehört schon einiges dazu, den inneren Schweinehund zu überwinden und sich von Sachen zu trennen, die man nicht braucht. Es werden andere Dinge vorgeschoben, die angeblich gerade wichtiger sind – nur, um sich nicht entscheiden zu müssen, was man wegwirft. Sie sollten aber bedenken, dass diese Sachen unnütz Raum belegen und wenn Sie nicht von Zeit zu Zeit ausmisten, werden sich die Dinge noch mehr stapeln und wenn Sie dann gar nicht mehr ums Sortieren herumkommen, DANN ist es richtig viel Arbeit. Bevor Sie eines Tages der Krimskramsberg überrollt, bauen Sie lieber jetzt den Krimskramhügel ab.

Hach ja, die Sentimentalität … Sie haben sich fest vorgenommen, sich von einigen Andenken zu trennen und stürzen sich voller guter Vorsätze auf den Krimskrams. Oh, Bastelarbeiten der Kinder aus dem Kindergarten, süüüß. HALT! Nicht die guten Vorsätze vergessen! Nicht schwach werden! Sofern die Kinder nicht gerade erst dem Kindergarten entschlüpft sind oder sie die Entsorgung der mühevoll (oder auch nicht) hergestellten Geschenke mitbekommen, können Sie sich ruhigen Gewissens davon trennen. Behalten Sie doch einfach pro Kind ein besonders schönes, nicht zu raumforderndes Geschenk. Im Kindergarten wird eh zu viel gebastelt – um das alles gekonnt in Szene zu setzen, bräuchte man ja schon mindestens eine kleine Villa. Bei den Erbstücken von den Eltern oder Großeltern sieht es ähnlich aus. Daher sollten Sie nur wenige Dinge behalten. Wenn unter den anderen Sachen etwas Wertvolles ist, dann können Sie es ja verkaufen. Sie wissen doch, dass die anderen Menschen durch die Erinnerung weiterleben und nicht durch das Horten von Gegenständen.

Manche Menschen behalten Sachen aus Pflichtgefühl, weil sie halt kostbar sind oder Ihnen von jemandem, dem sie sich verpflichtet fühlen, geschenkt bekommen. Dieses Gefühl ist sollten Sie schleunigst ablegen. SIE müssen zuhause mit den vielen Staubfängern leben. Wenn der Schenker nach dem Gegenstand fragt, sollten Sie diplomatisch vorgehen. Dann ist er vielleicht kaputtgegangen (lässt sich bei einigen Dingen ja einrichten). Sachen, die der Schenker wieder zu Gesicht kriegen könnte, weil Sie sie spenden oder verkaufen (Kleidung, Schmuck etc.),  sollten Sie nicht lokal entsorgen.

Der Vierte im Bunde ist der Sparwahn. Oder wieso hebt man monate- manchmal auch jahrelang gebrauchtes Geschenkpapier oder ähnliche Dinge auf? Weil man sie irgendwann noch einmal gebrauchen könnte (der Standardspruch des Horters). Wozu auch immer man ein rosa Wollknäul und eine Computergehäuse-Wechselabdeckung für Seitenleisten aufhebt. Machen wir uns frei von solchen Zwängen. Manche Leute sagen: Was ich nicht innerhalb des letzten Jahres in der Hand hatte, sprich gebraucht habe, fliegt. Man muss ja nicht so übertreiben wie Hemingway. Der soll, wenn er keine Lust mehr auf seine Bleibe hatte, einfach mit einem Koffer weitergezogen sein. Klar, das muss man sich auch leisten können. Aber zu sagen: „Hey, ich bin nicht materialistisch.“ bzw. „Ich hänge nicht an weltlichen Gütern.“ finde ich schon bemerkenswert und groß. Vielleicht ist dieses Jahreslimit gar nicht so schlecht. Natürlich fällt es manchen Menschen schwer, sich von etwas zu trennen, aber mal ehrlich: wir können nichts mitnehmen und hinterlassen unseren Lieben womöglich noch viel zu viele Dinge, die sie dann entsorgen müssen. So kommt zu der Trauer noch die Belastung hinzu, den Krimskrams zu entsorgen. Eventuell bekommt man dann nach dem Tod noch ein paar unschöne Worte ab, weil die Erben entnervt und überfordert sind.

Wohin nun mit dem Krempel? Je nachdem, was es ist, können Sie ihn verkaufen, verschenken oder entsorgen. Verkaufen funktioniert gut übers Internet (hier kann man sich auch über den Wert der Dinge informieren) oder auf dem Flohmarkt. Verschenken können Sie an karitative Einrichtungen oder an Bedürftige per kostenloser Annonce. Und Wegschmeißen können Sie den Krimskrams ja immer. Sie müssen es halt nur mal tun!

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