Prävention

Was tun bei Depressionen?

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Wenn sich die die schweren, dunklen Wolken über das Gemüt schieben und einem nichts mehr Freude macht, sind das ernste
Anzeichen für eine Depression. Wie diese Depression einzustufen ist, hängt von ihrer Dauer und Schwere ab.

Manchmal hat man ja nur so einen Durchhänger, der sich aber durchaus auch mal über mehrere Wochen hinziehen kann. Um herauszufinden, ob es sich eben nur um eine depressive Verstimmung handelt oder doch etwas Schwerwiegenderes dahintersteckt, sollte man einen Psychologen oder Neurologen mit Spezialisierung auf Psychotherapie aufsuchen. Meist merkt man selber gar nicht so schnell, was los ist, weil sich die Stimmung peu à peu verschlechtert. Daher ist es gut, wenn Familie und Freunde schnell handeln, wenn sie erste Symptome bemerken.

Schlechte Laune, Müdigkeit und Antriebslosigkeit können natürlich noch ganz andere Ursachen haben. Deshalb kann auch ein Besuch beim Hausarzt ratsam sein. Dieser wird sicher eine Blutanalyse vornehmen, die ihm dann Aufschluss über organische Ursachen Ihrer Beschwerden geben kann. Ist organisch alles in Ordnung, ist im nächsten Schritt an die Psyche zu denken. Entweder kann Ihr Arzt das mit entsprechender Erfahrung erkennen oder er verweist Sie an einen zuständigen Kollegen. Der Facharzt versucht dann zu ergründen, welche Krankheit Ihren Symptomen zugrunde liegt.

Wenn Sie zuhause so gar nicht (mehr) mit Ihrem Leben klarkommen, weil Sie sich schlecht organisieren können oder der Grund Ihrer Probleme zuhause verortet ist, sollten Sie sich überlegen, ob Sie nicht in eine stationäre Klinik gehen wollen. Dort können Sie fern von den täglichen Belastungen von Arbeit und Familie erst einmal zur Ruhe kommen, sich auf sich selber konzentrieren und lernen, mit Ihrer Krankheit umzugehen.

Falls Sie sich aus verschiedenen Gründen nicht dazu entschließen, sich einer stationären Behandlung zu unterziehen, können Sie auch den Besuch einer Tagesklinik in Erwägung ziehen. Sie verbringen dann die Zeit vom frühen Morgen bis zum Nachmittag in der Klinik und sind danach und am Wochenende zuhause. Dies empfiehlt sich aber nur bei relativ stabilen Menschen mit untergeordneter Alltagsproblematik.

In der Tagesklinik lernen Sie, mit Ihrem Körper und Ihrem Geist besser umzugehen. Es gibt dort ebenso wie in der stationären Klinik Beschäftigungsangebote, Gruppen- und Einzelgespräche, Sport- und Musikveranstaltungen, Entspannungsgruppen und vieles mehr. Wie geht es nach der Klinikzeit weiter? Entweder suchen Sie sich einen Psychotherapeuten (am besten so früh wie möglich anmelden, die Wartezeiten betragen nicht selten über ein halbes bis zu einem Jahr), werden von der Klinik noch nachbetreut, gehen zu einer Selbsthilfegruppe (auch online möglich) oder versuchen, alleine klarzukommen.

Überlegen Sie sich nach den ersten Therapiestunden bei einem Psychotherapeuten gut, ob die Chemie stimmt. Wenn nicht, haben Sie keine Skrupel, dort nicht mehr hinzugehen. Es bringt Ihnen ja nichts, wenn Sie sich während der Therapiezeit unwohl fühlen. Manchmal merkt man das schon während der ersten Sitzung. Lassen Sie sich auch nicht in eine bestimmte Ecke drängen oder in eine Schublade stopfen – jeder Mensch ist individuell und benötigt eine maßgeschneiderte Behandlung.

Wenn Sie irgendwann – oder auch gleich direkt – der Meinung sind, dass Sie keine Therapiestunden mehr benötigen, können Sie sich im Internet Hilfe holen. Hier gibt es Online-Selbsthilfegruppen, Informationen über Krankheiten und Therapien, Buchtipps oder auch E-Books zu allen erdenklichen Erkrankungen.

Zur Medikamenteneinnahme sei gesagt, dass sie ein zweischneidiges Schwert ist: Medikamente können einen sehr gut aus dem Jammertal holen, können aber auch massive Nebenwirkungen haben. Zudem dämpfen sie oft nicht nur die Traurigkeit, sondern auch die Freude – manchmal fangen Menschen auch einfach an, ohne Grund hysterisch zu lachen. Auf jeden Fall können die Medikamente den Menschen stark verändern und vielleicht kommt man dann vom Regen in die Traufe. Wenn Sie Medikamente nehmen, beobachten Sie sich gut. Wenn Sie gravierende Veränderungen bemerken, die Ihnen lästig sind, zögern Sie nicht, das bei Ihrem Arzt anzusprechen.

Sie müssen lernen, auf Ihre Bedürfnisse zu hören. Denn nur so können Sie wieder ein (relativ) unbeschwertes, glückliches Leben führen.

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